Windelfrei, der Bindungs-Booster

Windelfrei wieso, weshalb, warum?

Kleinkind in Unterhose

Kleinkind mit Unterhose

Jaaaa es funktioniert! Ich habe in der Schwangerschaft von dem Konzept “windelfrei” gehört, ein bisschen gelesen, die Idee ganz interessant gefunden, ABER wenig daran geglaubt. Zum Glück hat meine erste Tochter mir sehr schnell beigebracht, dass sie das kann und möchte. Optimal für mich damals als windelfrei-Anfänger hat sie immer laut geschrienen, wenn sie pieseln musste und es war quasi unüberhörbar. Leider habe ich mich selbst viel zu sehr unter Druck gesetzt, ich dachte, es muss IMMER klappen, sonst mache ich irgendwas falsch. Ich habe mich auch als Versager gefühlt, wenn ich ihr doch mal eine Windel angezogen habe und war sauer auf andere, wenn sie ihr zur Sicherheit eine Windel angezogen haben. Dadurch habe ich mich viel zu sehr verkrampft. Mit meiner zweiten Tochter habe ich meinen persönlichen Weg zu entspanntem windelfrei endlich gefunden. Dieses Erlebnis war einfach wundervoll und ich möchte dir helfen gleich entspannt zu starten.

Worum geht es?

Schon Neugeborene spüren wenn sie das Bedürfnis haben auszuscheiden, sie werden unruhig. Manche stärker, manche weniger. Meist bei Pipi sanfter als beim großen Geschäft. Man kann die Babys beobachten und meistens merken, dass das Baby pieseln möchte. Nun haben Babys auch intuitiv ein Problem damit Nest, Eltern und Kleidung zu beschmutzen und kommunizieren das ihren Eltern. Auch Eltern spüren oft ganz genau, was ihr Baby braucht und machen, wenn sie nicht durch äußere Einflüsse falsch beeinflusst oder unter Druck gesetzt werden, ganz viel intuitiv richtig. Windelfrei eröffnet eine neue Ebene der Kommunikation und der Beziehung zwischen Baby und den Eltern. Alle Eltern achten darauf, ob ihr Baby Hunger hat, müde ist, friert oder ein anderes Bedürfnis verspürt. Eltern die windelfrei machen, gehen eben auch auf das Bedürfnis zu pieseln, ohne sich nass zu machen, ein. Ich denke nicht, dass ein Baby ohne Grund weint. Aus irgendeinem Grund ist ihm unwohl. In Situationen in denen viele Eltern nicht wissen, was ihrem Baby in diesem Moment „fehlt“, müssen diese oft einfach nur mal Pipi. Auf das Ausscheidungsbedürfnis einzugehen kann eure Bindung, gegenseitiges Verständnis und Respekt in eine neue Ebene befördern.

Worum geht es nicht?

Dem Baby „beizubringen“ zur rechten Zeit zu pieseln; es ist kein Sauberkeitstraining im Säuglingsalter!!!

Es geht auch nicht darum, dass dein Baby NIE Windeln anziehen DARF. Sobald man sich gestresst fühlt, muss man die Situation ändern. Man darf dem Baby jederzeit eine Windel anziehen. Schön ist, wenn man die Kommunikation aufrecht erhält und dem Baby sagt, ich bin gestresst und ich muss mich gerade leider ganz auf den Besuch konzentrieren etc. Vertraue auf dein Bauchgefühl und mache das, was dir und deinem Baby am besten tut!

Wie fange ich am einfachsten an?

Windelfrei kann man ganz einfach mal ausprobieren! Nimm dir Zeit und Ruhe und beobachte dein Baby. Lege dein Baby auf einen warmen, weichen Untergrund, eine Kuscheldecke auf dem Boden, ein Schaffell, eine wasserdichte Unterlage oder ein dickes Handtuch. Wenn es schön warm ist (ab ca. 25°C) ruhig nackig. Ansonsten einfach mal ohne Windel. Einfach so anziehen, dass man gut sehen kann, wenn das Baby pieselt. Eine Mullwindel darf gerne bereit liegen, oder auch umgewickelt werden, falls es sonst zu kalt ist. Säuglinge pieseln ziemlich häufig und wahrscheinlich musst du nicht lange warten. Dein Baby war vergnügt und ruhig, irgendwann wird es unruhig, macht einen lustigen Gesichtsausdruck, ein besonderes Geräusch, strampelt wild. Das alles sind mögliche Zeichen, dass dein Baby Pipi muss. Durch das Beobachten lernst du die persönlichen Zeichen deines Babys kennen. Manchmal ist es auch einfach nur ein „Gefühl“, dass das Baby jetzt pieseln muss. Nimm dein Baby liebevoll in den Arm, gehe mit ihm zum Waschbecken und mach ein spezifisches Geräusch. In Zukunft soll dieses Geräusch für dein Baby das Zeichen sein: „es kann losgehen“. Zum Beispiel „pschhhhh“ oder du sagst einfach „Pipi los“ oder was auch immer dir gefällt. Für mich war es ein unglaublich beglückendes Erlebnis, als meine Kleine zum ersten Mal mit ca. 3 Wochen in eine kleine Schüssel gepieselt hat. Und dieses beglückende Gefühl kommt immer wieder, auch jetzt noch. Mit meiner zweiten Tochter habe ich direkt nach der Geburt begonnen und schon das Kindspech ist im Töpfchen gelandet. Jetzt, mit ihren 15 Monaten sagt sie „Pipi“ und läuft zum Töpfchen. Sie ist so „groß“ und ich so stolz und es ist einfach ganz wunderbar, probiere es doch mal aus 🙂

 

Hat dir meine Beschreibung geholfen? Hast du auch schon Erfahrungen mit windelfrei? Hinterlass mir doch kurz deine perönliche Erfahrung in einem Kommentar hier unten. Danke und einen wundervollen Tag!

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